Demonstration „Es reicht“ gegen rechte Gewalt

800 Menschen demonstrieren gegen rechte Gewalt in der Dortmunder Innenstadt und in Dorstfeld. Nazis zeigten offen Gewalttätigkeit. Kampagne geht weiter.

800 Menschen aus verschiedenen Organisationen, Gewerkschaften, Parteien und Fußballfangruppen schlossen sich heute der Demonstration „Es reicht“ gegen rechte Gewalt in Dortmund an. Die Demonstration zog friedlich von der Dortmunder Innenstadt vorbei am Westpark, wo am letzten Sonntag ein Mordanschlag von drei Vermummten auf ein Mitglied der LINKEN verübt wurde, durch das Unionviertel und nach Dortmund-Dorstfeld.

Auf der Auftaktkundgebung sprach Marijke Garretsen von der DGB-Jugend und sagte „allen Betroffenen rechter Gewalt gilt unsere Solidarität“. Bundestagsabgeordneter Niema Movassat von der Partei DIE LINKE erklärte, das rassistische Klima in dieser Gesellschaft führe zu erhöhter Gewalttatigkeit der Nazis und müsse ebenso bekämpft werden. Die antifaschistische Gruppe AA170 führte mit einer Chronologie rechter Übergriffe vor Augen, wie die jüngsten Ereignisse in einer Kette von Übergriffen stehen. Die Demonstration war laut, friedlich und kraftvoll. Entlang der Demostrecke wurden Flugblätter verteilt, die über die jüngsten Ereignisse aufklärten und zu Protesten am 23. August und der Großdemonstration am 24. September mobilisierten.

Jens Jaschik, Landessprecher der linksjugend [’solid] NRW und Sprecher der linksjugend Dortmund erklärte, eine Offensive gegen den rechten Terror sei notwendig: „Wir müssen ihr Selbstbewusstsein brechen: ihnen die Stadtteile streitig machen, ihre Aufmärsche blockieren und ihre Sticker runterreißen. Denn es gibt kein Recht auf Nazipropaganda.“ Im Stadtteil Dorstfeld wurde die Demonstration zunächst von Anwohnerinnen und Anwohnern freundlich begrüßt, dann jedoch von Nazis angegriffen. Am Dorstfelder Hellweg wurde auf der Höhe Wörthstr. ein Sprengkörper in die Demonstration geworfen. Mehrere Personen wurden getroffen, mindestens zwei Person erheblich verletzt. Die Anmelderin Iris Bernert-Leuthacke erklärte dazu: “Es ist mir unverständlich, dass die Polizei trotz ähnlicher Sprengkörperangriffe in der Vergangenheit nicht in der Lage war diesen Angriff zu unterbinden.”

Im Bereich des Wilhelmplatzes zeigten sich vermummte Personen und Kader der Partei “Die Rechte”. Sie hielten Reichsfahnen und zwei Transparente aus Fenstern. Eins war ein abgeänderter Schriftzug, der an „Hitler“ erinnern sollte. Ein anderer zeigte die durchgestrichene 110. Diese Aktion sollte die Demonstration provozieren, was nicht glückte.Während die Transparente nach kurzem eingezogen wurden, ließ die Polizei die Vermummten und bekannten Nazis am Fenster mit ihren Fahnen gewähren.

Claus Ludwig von der Sozialistischen Alternative SAV und bekannt aus dem polizeikritischen Theaterstück „Der Einsatzleiter“ rief dazu auf, weiter aktiv zu bleiben und sagte „Wir können uns auf diesen Staat nicht verlassen. Antifa bleibt Handarbeit. Heute war nur der Anfang, wir werden noch breiter werden und mobilisieren zur Großdemonstration am 24. September.“

Im Anschluss an die Kundgebung wurden noch mehrere Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Demonstration von der Polizei wegen Nichtigkeiten, wie das Verkleben von Stickern, zur Personenfeststellung aus der Demonstration gezogen. Die heutige Demonstration wurde organisiert von einem Treffen von 70 Vertreterinnen und Vertretern aus Organisationen, Gewerkschaften, Parteien, Fußballfans und Migrantenverbänden. Das Verhalten der Nazis am heutigen Tag bestätigte die Notwendigkeit gegen sie vorzugehen. Im Laufe der nächsten Woche wird am Dienstag gegen “Die Rechte” protestiert und später weitere Schritte der Kampagne besprochen.

Eine Großdemonstration ist für den 24. September geplant.

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