Jahrestag des NWDO-Verbots – Mit „verbrannter“ Literatur gegen die Nazis

Am 23.08.2019 jährt sich das Verbot der Nazikameradschaften „Nationaler
Widerstand Dortmund“ (NWDO), „Kameradschaft Hamm“ und „Kameradschaft
Aachener Land“ zum siebten Mal. Das BlockaDO-Bündnis bringt an diesem
Tag Literatur von „verbrannten“ und verbotenen Dichter*innen auf die
Straße.

Für den 23. August 2019 laden wir ab 17:30 vor die Stadtsparkasse /
Katharinenstr. ein. Dort werden wir an andere „Verbote“ erinnern: an die
sogenannten „verbrannten Dichter*innen“, die von den Nazis ab 1933 als unliebsame, kritische
Geister symbolisch „verbrannt“ wurden. Wir lesen Texte der„verbrannten“
Autor*innen und laden alle dazu ein, selbst Texte vorzutragen. Bitte
bringt gerne Texte mit, die Euch am Herzen liegen!

Die Freund*innen von „Ballspiel vereint“ laden dazu ein sich vor dem
Fußballmuseum zu treffen.

Die Nazis von der Partei „Die Rechte“ haben sich ebenfalls angesagt, um
an das Verbot ihrer Vorgängerorganisation „Nationaler Widerstand
Dortmund“ (NWDO) zu erinnern und dagegen zu protestieren. Ein*e
Schelm*in, wer dabei an das Aufrechterhalten einer verbotenen
Organisation denkt…

Die Nazis treffen sich um 19:30 Uhr an den Katharinentreppen am Dortmunder Hauptbahnhof

Wir sind schon da!

Aktionen beendet – Danke an die vielen Teilnehmer*innen

Die BlockaDO-Aktionen gegen den rechten Aufmarsch sind nun beendet. „Danke an Alle, die heute mit uns gegen die Neonazis auf die Straße gegangen sind“, so Iris Bernert-Leushacke, Pressesprecherin von BlockaDO. „Wir haben es wieder einmal geschafft, mit vielen Menschen Protest gegen die Nazis auf die Straße zu tragen.“ Eine Blockade, lauter Protest von Anwohner*innen und viele Antifaschist*innen im Aufmarschgebiet lassen sie positiv auf den Tag zurückblicken.

Einen faden Beigeschmack hinterlässt allerdings weiterhin das Vorgehen der Polizei. Insgesamt fünf Personen wurden in Gewahrsam genommen. Eine junge Antifaschistin, die gerade mit Kreide auf den Bürgersteig malte, und ihr Begleiter wurden von mehreren Polizist*innen brutal geschlagen. Zusätzlich stellte die Polizei bei weiteren neun Personen Personalien fest. „Wer mit zivilem Ungehorsam einen Naziaufmarsch verhindern will, tut nichts Anderes als zu gehen, zu stehen oder zu sitzen“, so Bernert-Leushacke. „Damit leistet man einen wichtigen Beitrag zu den Protesten gegen den heutigen Aufmarsch und sollte nicht mit Repressalien überzogen werden.“

Die Neonazis haben ihren Aufmarsch mittlerweile beendet und befinden sich auf ihrer Abreise. „Die Rechten haben es heute bei weitem nicht an ihre eigenen stärksten Mobilisierungen von vor einigen Jahren herangeschafft. Wenn 180 Nazis alles sind, was ‚Die Rechte‘ nach Monaten bundesweiter Mobilisierung aufbieten kann, ist es ein weiteres Zeichen dafür, dass das Gerede vom angeblichen Nazikiez Dortmund nicht mehr zu halten ist“, so Bernert-Leushacke abschließend. „Wir jedenfalls werden auch in Zukunft dazu aufrufen, die Rechten zu blockieren.“

Blockade auf der Route – lauter Protest gegen Aufmarsch

20 Menschen haben es auf die Route des Naziaufmarschs geschafft und sich dort gesetzt, um mit einer friedlichen Blockade die rechte Demonstration aufzuhalten. Die Polizei räumte sie jedoch. Entlang der Route sind immer wieder Anwohner*innen zu sehen, die lautstark gegen die Rechten protestieren. Auch Teilnehmer*innen der von der Polizei beendeten BlockaDO-Kundgebung vom Vormittag haben es ins Aufmarsch-Gebiet geschafft und sich in kleineren Gruppen über Hinterhöfe der Route genähert, um ihren Protest gegen die Rechten direkt an der Route umzusetzen.

Die Polizei setzte Pfefferspray gegen einen Linken ein, der sich nun in ärztliche Behandlung begeben muss. „Die Polizei versucht, eine Drohkulisse gegen alle aufzubauen, die heute nach Hörde gekommen sind, um die Nazis zu blockieren“, so Petra, eine der Teilnehmer*innen. „Die Beamten haben uns sogar mit einem Teleobjektiv fotografiert, und zwischenzeitlich hat sich der Staatsschutz unter unsere Leute gemischt.“

Mittlerweile ist der Aufmarsch der Rechten gestartet und hält aktuell eine Zwischenkundgebung ab. Unter den ca. 180 Nazis sind auch die bekannten Rechtsterroristen Robin Schmiemann und Marko Gottschalk. Nachdem die Rechten die Parole „Hier marschiert der nationale Widerstand“ skandiert hatten, hielt die Polizei sie kurzzeitig auf, um die Auflagen gegen diese Parole durchzusetzen. „Wir sehen heute wieder, was passiert, wenn die Nazis ihre Aufmärsche durchführen dürfen. Von nationalsozialistischen Parolen bis zur Unterstützung von rechtem Terror bieten die Rechten wieder alles auf, was sie an Unzumutbarkeiten zu bieten haben“, so Iris Bernert-Leushacke, Pressesprecherin des BlockaDO-Bündnisses. „Grund genug für uns, weiterhin BlockaDO-Aktionen durchzuführen.“